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Zofinger Tagblatt, 14.Februar 1994
Ein Künstler der Region stellt in Peking aus
Bruno Weber zeigt Papierschnitte
 Bruno
Weber zeigt Papierschnitte Der in Glashütten wohnhafte Lehrer, Aquarellist
und Papierkünstler Bruno Weber wird - zusammen mit vier weiteren Künstlern
- ab 10.Mai in Peking die Schweiz an einer Ausstellung repräsentieren.
Veranstalterin ist die Schweizer Kulturstiftung «Pro Helvetia»
. Gezeigt werden von Bruno Weber etwa 15 bis 20 Papierschnitte, die deshalb
nicht «Scherenschnitte» genannt werden dürfen, weil der Künstler
sie ausschliesslich mit dem Messer schneidet. Das ZT führte ein Gespräch
mit ihm.
In Peking wird eine Ausstellung vorbereitet, die dem Thema «Papierkunst»
gewidmet ist. Im Rahmen von «Pro Helvetia» beteiligt sich
die Schweiz mit Werken von fünf Künstlern. Mitbeteiligt werden auch chinesische
Papierkünstler sein. Aus der Region Zofingen wird Bruno Weber, Glashütten,
mit 15 bis 20 Papierschnitten die Schweiz repräsentieren. Die Namen der
vier anderen Schweizer lauten Norma Good-Grieble (Regensdorf), Ursula
und Jürg Regez-Fuchs (Latterbach) sowie Susanne Schläpfer (Zumikon).
Wie kam der Kontakt zustande?
Dass ein Künstler aus der Region Zofingen in Peking ausstellt, kommt nicht
alle Tage vor; das «ZT» befragte Bruno Weber deshalb nach
dem Zustandekommen des Kontaktes und dem Auswahlverfahren. Die Anfrage
sei von Susanne Schläpfer (Zumikon) ausgegangen, erklärte der sympathische
Künstler. Weiter war zu erfahren, dass der «Schweizerische Verein Freunde
des Scherenschnittes» mit Domizil in Unterseen, Kanton Bern, alle drei
bis vier Jahre einen Katalog mit Schweizer Scherenschnittkünstlern herausgibt.
Von diesem Verein bekomme er im allgemeinen seine Einladungen zu Ausstellungen,
sagte Bruno Weber. So habe er beispielsweise 1990 in Japan ausgestellt.
Er vermute, dass Susanne Schläpfer ihn aufgrund dieses Kataloges angesprochen
habe.
Susanne Schläpfer ihrerseits kann auf die Unterstützung
von «Pro Helvetia» zählen, deren Fachgruppe der Stiftungsrates
«Visuelle Künste» am 7.Januar 1993 einen Beitrag von 3500
Franken sprach und am 18.November 1993 eine Defizitgarantie von 11500
Franken zusicherte. Von den vorgeschlagenen Künstlern wurden der Fachgruppe
Arbeiten vorgelegt; schliesslich wurde die Auswahl gutgeheissen. Die diplomatische
Vertretung der Schweiz in Peking ist ebenfalls an der Organisation beteiligt.
«Eine eigene Sprache finden»
Nach seiner Motivation zum Mitmachen befragt, erklärte Bruno Weber, es
handle sich nicht um eine Verkaufsausstellung; eine finanzielle Motivation
liege nicht vor. Vielmehr sei es interessant, in China auszustellen, einem
Land reicher, grosser Papierschnitt-Tradition. Dass die Wahl auch auf
ihn gefallen sei, empfinde er natürlich auch als Anerkennung.
Mit feinen Messern und schwarzem Papier hat Bruno
Weber eine eigene Bildsprache gefunden. Wichtig sind ihm dabei eine symbolische
Umsetzung der Aussagen, die Darstellung von Licht und Raum und klar gesetzte
Flächen als neue Ausdrucksmöglichkeit. Die Schnitte werden in Skizzen
vorgedacht. Bei der Bearbeitung mit dem Messer ist das Papier meist gefaltet.
Das Resultat ist ein zusammenhängendes geschnittenes, schwarzes Blatt,
das dann geschützt hinter Glas liegt. Es ist nur an wenigen Punkten auf
die weisse Unterlage geklebt.
Der Künstler betonte, er schneide das Papier
generell mit dem Messer; es sei deshalb empfehlenswert, von Papierschnitt
statt von Scherenschnitt zu reden. Eine weitere Besonderheit sei, dass
er immer ein zusammenhängendes Stück Papier bearbeite. Dieses werde gefaltet,
wie beim Scherenschnitt. Die dadurch entstehende Symmetrie werde von ihm
dann durch einzelne Elemente gebrochen: «Die Einschränkungen der Technik
fordern heraus und zwingen zum Umsetzen.» Weiter erläuterte Bruno Weber,
er wolle nicht rein «abbilden», sondern auf den Symbolgehalt
hinlenken und solcherart eine eigene Sprache finden. Die Inhalte von Licht,
von Hell-Dunkel, von Ruhe oder die Ausstrahlung eines Baumes seien verbal
oft weniger fassbar.
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