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Zofinger Tagblatt, 12. Juni 1989
Die Freude am Idyllischen
 Bis
nächsten Sonntag zeigt der in Glashütten lebende Bruno Weber in der Zofinger
Hofgalerie «Gartenlaube» Papierschnitte, Aquarelle und Acrylbilder.
Sein Werk ist letztlich eine einzige Liebeserklärung an die Idylle.
-rk. Die meisten seiner Motive findet Bruno Weber, Glashütten, in der
engeren Heimat, der Region Zofingen. Er sucht und findet die oft unbeachteten
Schönheiten der Gegend und verwertet sie auf ansprechende Weise in seinen
Aquarellen und Acrylbildern: ein Teich, beinahe verborgen hinter den ihn
umgebenden Bäumen, ein Hof inmitten der Matten und Felder. Oder es erscheint
der Turm der Zofinger Stadtkirche, von einer eher ungewöhnlichen Position
aufgenommen, so dass der Anblick neu und ungewöhnlich erscheint. Weber
liebt im allgemeinen kräftige, oft sehr helle Farben. Er verfremdet nicht,
sondern gibt das Geschaute klar und unverkennbar wieder.
Haftet seinen Bildern schon etwas im besten Sinne des Wortes Idyllisches
an, so gelangt dieser Zug in seinen Papierschnitten noch deutlicher zum
Ausdruck - feinen, mit grösster Akribie geschnittenen Werken, die nicht
nur eine enorme Handfertigkeit, sondern auch seine geduldige und sichere
Hand verraten: Das behäbige Bauernhaus mit seinen blumengeschmückten Fenstern
ist umgeben von dichtbelaubten Bäumen - man spürt die sommerliche Hitze
deutlich. Eine Gruppe Badender deutet ebenfalls auf den Sommer hin. Daneben
einzelne Winterbilder nach einem grossen Schneefall. Ein abendliches Gartenfest
und eine Reitergruppe runden die Schau ab.
Bruno Weber stellt eine heile, idyllische Welt dar, aber weshalb soll
er das nicht tun? Hin und wieder tut es gut, daran erinnert zu werden,
dass diese trotz allem Unheil doch noch existiert!
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